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Keine Fingerabdrücke von Schülern

Piratenpartei unterstützt Gilchinger Bürger im Kampf gegen den Sicherheitswahn

Peter Kadlec, Vater eines Schülers der Arnoldus-Grundschule in Gilching traf sich heute, am 13.01.10, zu einem Gespräch mit dem Bürgermeister der Gemeinde. Dabei wurde über die Fingerabdruckscanner am Schuleingang diskutiert, die seit Anfang des Jahres den nachmittäglichen Zugang für die Musikschüler ermöglichen sollen. Eingeführt wurde das System einfach über Nacht. „Es ist unglaublich, dass die Schulleitung und die Gemeinde sich der Tragweite dieser Aktion wohl nicht bewusst waren“ sagt Klaus Mueller, Vorsitzender der Piraten Bayern.

Ergebnis des Gespräches ist, dass das System wieder abgebaut wird. „Der engagierte Vater Kadlec ist für mich ein Held des Alltags! Er hat durch seine Zivilcourage gezeigt, dass man dem Ausbau der Überwachungsinfrastruktur erfolgreich entgegentreten kann“ so Michael F. Schönitzer, politischer Geschäftsführer der bayrischen Piraten. Für Kadlec hat sich der Einsatz auf jeden Fall gelohnt, das Ziel scheint erreicht. Sein Kind muss keinen Fingerabdruck abgeben, um weiter am Musikunterricht teilnehmen zu können. Kadlec in einem Telefonat mit der Piratenpartei: „Man war sich bei der Gemeinde offensichtlich nicht bewusst, was es bedeutet, seinen Fingerabdruck abzugeben. Auch war man überrascht, welche mediale Aufmerksamkeit ein solches, überraschend eingeführtes System mit sich bringen kann. Ich hatte das Gefühl, dass es hier darum geht, die Anfänge zu stoppen.“

„Fingerabdrücke gehören zu den privatesten Daten, die ein Mensch besitzt; nicht einmal in den Ghettos in Amerika werden Schüler dazu genötigt, diese Daten für den Besuch einer Schule herauszurücken“ erklärt Roland Jungnickel, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Piratenpartei und weiter „Ist ein Fingerabdruck einmal kompromittiert – also öffentlich bekannt – kann er nicht wie ein Passwort einfach ausgetauscht werden!“. Es ist völlig unklar, in wie weit die Schule in der Lage gewesen wäre, diese hochsensiblen Daten zu schützen und wann sie, wenn überhaupt, gelöscht worden wären. „Wie einfach man einen Fingerabdruck nachmachen kann, hat der Chaos Computer Club mehrfach gezeigt und lässt sich in zahllosen Videos im Internet bestaunen.“ erläutert Alexander Philipp, der Vorsitzende des Bezirksverbands Oberbayern. „Einen Fingerabdruckscanner als sicheres Zugangssystem zu bezeichnen erscheint heute schon fast naiv.“

Wir freuen uns sehr, dass ein engagierter Bürger hier den Anfängen gewehrt hat.

13. Januar 2010 – 14:40 – Presseteam Bayern

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